("Es"... kann für Freund, Freundin,Schutzengel oder wen du möchtest, stehen)
Ich träumte ich hätte ein Interview mit Es.
"Möchtest du mich interviewen?" fragte Es.
"Wenn du Zeit hast," sagte ich.
Es lächelte. "Meine Zeit ist endlos. Was für Fragen hast du für mich im Sinn?"
"Was überrascht dich bei den Menschen am meisten?"
Es antwortete:
"Dass sie schnell ihrer Kindheit überdrüssig werden. Sie beeilen sich erwachsen zu werden... und sehnen sich danach wieder Kind zu sein.
Dass sie ihre Gesundheit verlieren um Geld zu machen... und dann ihr Geld verlieren, um ihre Gesundheit wieder herzustellen.
Dass sie, in dem sie ängstlich über die Zukunft nachdenken, die Gegenwart vergessen... so, dass die weder die Gegenwart noch die Zukunft leben.
Dass sie leben als ob sie nie sterben würden... und sterben, als hätten sie nie gelebt."
Es's Hand nahm die meine und wir waren für eine Weile still.
Dann fragte ich: "Was würdest du als Elternteil wollen, dass deine Kinder für's Leben lernen?"
Es entgegnete mit einem freundlichen Lächeln:
"Sie sollten lernen, dass sie es nicht machen können, das jemand sieliebt... was sie tun können, ist, sich selbst zu lieben.
Sie sollten lernen, dass nicht der reich, das meiste hat... sonderm der, der am wenigsten braucht.
Sie sollten lernen, dass man nur ein paar Sekunden braucht, um geliebten Menschen tiefe Wunden zuzufügen... und das es Jahre braucht, um sie zu heilen.
Sie sollten lernen, dass es Menschen gibt, die sie sehr lieben... die aber nicht wissen, wie sie das ausdrücken oder ihre Gefühle zeigen können.
Sie sollten lernen, dass zwei Personen dieselbe Sache betrachten... und sie unterschiedlich sehen können.
Sie sollten lernen, dass es nicht immer genug ist, wenn ihnen von anderen vergeben wird... auch sie müssen selbst vergeben können.
Und sie sollten lernen, das ich da bin... immer."
(Handzettel aus Salisbury)
Borderline
Lacht nicht über das, was wir sagen, macht keine dummen Bemerkungen, auch wenn es ein Witz sein soll. Wir sind leicht verletzlich.
Knallt nicht mit den Türen und schreit nicht. Wir sind sehr empfindlich gegen laute Geräusche und möchten uns nicht so fühlen, als wenn ihr uns hasst, wenn ihr laut seid.
Versteht, dass wir manchmal verwirrt darüber sind, wer wir sind und wie wir in unsere Familie passen. Diese Unsicherheit kann uns dazu verleiten, schreckliche Dinge zu sagen, die wir gar nicht so meinen. Wir bereuen das später.
Manchmal möchten wir nicht mit euch zusammen sein. Respektiert das, auch wenn es für euch keinen Sinn macht.
Manchmal möchten wir uns vergewissern, dass alles in Ordnung ist, dass die Welt nicht untergeht und dass wir sicher sind. Wir können nichts gegen unsere Ängste tun, und es verletzt uns, wenn ihr unsere Ängste nicht ernst nehmt.
Vielleicht habt ihr uns verletzt, oder ihr habt es nicht verhindert, dass uns jemand anderes verletzt hat. Erlaubt es uns, wütend auf euch zu sein und unsere Gefühle auszudrücken, auch wenn es euch nicht gefällt. Wenn ihr etwas falsch gemacht habt, gebt es zu und entschuldigt euch.
Setzt uns nicht unter Druck mit Sätzen wie "Wenn du damit nicht aufhörst, dann...". Das wird uns nur veranlassen, weniger mit euch zu reden.
Sagt niemals "Warum tust du mir/uns das an!?" Wir verletzen uns nicht selbst, um euch weh zu tun. Selbstverletzung hat nichts mit euch zu tun, nur mit uns selbst.
Respektiert, dass wir das Recht zu entscheiden haben, ob wir euch unsere Wunden und Narben zeigen wollen. Zwingt uns nicht dazu.
Versteht und respektiert, dass ihr nicht wisst, wie es ist, wie wir zu sein. Ihr lebt nicht unser Leben.
Wir gehen mit Dingen anders um als ihr und anders als ihr es für uns ausgesucht hättet. Ihr müsst wissen, dass wir versuchen, einen besseren Weg zu finden.
Vertraut uns, denn wir wollen, dass es uns besser geht. Wir leben nicht gerne so, wie wir es tun. Vielleicht haben wir auch Angst davor, dass es uns besser geht, weil wir das nicht kennen. Aber innerlich möchten wir, dass es uns besser geht.
Ihr müsst wissen, dass wir eure Hilflosigkeit verstehen, dass wir aber zu schwach sind, um euch beruhigen oder unterstützen zu können.
Pizza, Party und eine Mondscheinfahrt
Jenny war so glücklich über das Haus, das sie gefunden hatten.
Zum ersten mal in ihrem Leben,
war es auf der richtigen Seite der Stadt.
Während sie die neuen Vorhänge im Wind beobachtete,
packte sie ihre Tasche mit großer Leichtigkeit aus.
Wie wundervoll was es doch, einen eigenen Raum zu haben,
die Schule würde anfangen - sie würde bald Freunde haben -
es würde Einladungen und Partys geben; sie war so glücklich:
Dies war genau die Art, wie sie zu leben wünschte.
Am ersten Tag in der Schule lief alles großartig.
Sie lernte neue Freunde kennen
und hatte sogar schon eine Verabredung.
Sie dachte sich: "Ich möchte gern beliebt sein,
und ich bin auf dem besten Wege dazu,
denn ich habe soeben eine Verabredung
mit dem Star der Schule getroffen."
Um an dieser Schule "WER" zu sein, muss man sich durchsetzen
und die Verabredung mit dem Anführer
würde ihr sicher dazu verhelfen.
Es gab nur ein Problem, das ihr Vorhaben verhindern könnte:
Ihre Eltern hatten gesagt,
das sie noch zu jung für Rendevous sei.
"Nun gut, ich werde ihnen nur die halbe Wahrheit sagen,
den Unterschied würden sie nicht merken -
was gibt´s da zu verlieren?" Jenny fragt also,
ob sie die Nacht bei ihren Freunden verbringen dürfte.
Ihre Eltern runzelten zwar die Stirn - sagten aber "In Ordnung".
Aufgeregt machte sie sich für das große Ereignis zurecht.
Aber während sie so sinnlos umherhetzte,
begann sie sich wegen all dieser Lügen schuldig zu fühlen.
Aber was ist das alles gegen -
Pizza, Party und Mondscheintrip???
Nun gut, die Pizza war gut - und die Party großartig,
aber die Fahrt im Mondschein müsste wohl warten,
weil Jeff zu diesem Zeitpunkt halb betrunken war.
Aber er küsste sie und sagte ihr, dass er sich wohlfühle.
Danach füllte sich der Raum mit Rauch
und Jeff rauchte einen gewaltigen Zug.
Jenny wollte nicht glauben, dass er dieses Zeug rauchte.
Dann endlich war Jeff bereit aufzubrechen,
aber erst nachdem er noch einen Joint geraucht hatte.
Nicht bedenkend, dass Jeff zu betrunken zum fahren war,
sprangen sie ins Auto - Auf zum Mondscheintrip!
Schließlich machten sie halt und Jeff fing an sie anzumachen.
Ein ...ist nicht gerade das, was Jenny überhaupt wollte.
Vielleicht hatten meine Eltern doch recht,
vielleicht bin ich wirklich zu jung -
meine Güte, wie konnte ich jemals so bescheuert sein?
Mit all ihrer Kraft schubste sie Jeff weg.
"Bitte bring mich nach Hause, ich möchte nicht hier bleiben."
Jeff startete den Motor und gab Gas.
In Bruchteilen von Sekunden waren sie zu schnell.
Jenny wusste, dass ihr Leben in Gefahr war,
da Jeff in einem Anfall wilder Wut fuhr.
Sie bat und bettelte, er möge langsamer fahren,
aber als sie auf die Stadt zukamen, wurde er noch schneller.
"Lass mich nach Hause! - Ich werde gestehen, dass ich log.
Ich wollte wirklich nur eine Mondscheinfahrt."
Dann ganz plötzlich sah sie einen großen Blitz.
"Oh Gott, bitte hilf uns - wir werden verunglücken."
An die Wucht des Aufpralls konnte sie sich nicht erinnern -
alles um sie herum wurde ganz plötzlich schwarz.
Sie spürte wie sich jemand dem Durcheinander (Trümmern)
näherte und hörte: "Ruft einen Krankenwagen -
diese Kids sind in Schwierigkeiten."
Sie hörte Stimmen, bestenfalls Wortfetzen, aber sie wusste,
das zwei Autos an dem Unfall beteiligt waren.
Sie würde sich wundern, wenn Jeff in Ordnung wäre
und wenn die Leute im anderen Auto noch leben würden.
Sie erwachte im Krankenhaus -
umgeben von sehr traurigen Gesichtern.
"Du warst in einem Wrack und es sieht gar nicht gut aus."
Diese Stimmen hallten in ihrem Kopf wieder,
als man ihr sanft klarmachte, das Jeff tot sei.
Sie sagten: "Jenny, wir haben getan, was wir konnten,
aber es sieht ganz so aus, als ob wir dich auch verlieren würden.
"Aber die Leute in dem anderen Auto?" schrie Jenny.
"Wir bedauern Jenny, sie sind verstorben."
Jenny betete "Gott vergib mir, was ich getan habe."
Ich wollte nur eine Nacht lang Spaß haben.
Sagen sie der Familie von den Leuten,
dass ich ihr Leben ausgelöscht habe,
und ich wünschte mir, ich könnte sie ihren Familien zurückgeben.
Sagen sie Mama und Papa, dass es mir leid tut,
gelogen zu haben, und das es meine Schuld ist,
dass so viele gestorben sind.
Oh Schwester, wollen Sie es ihnen bitte von mir sagen?
Aber die Schwester stand nur da - sie nickte nicht.
Aber sie nahm Jennys Hand mit Tränen in den Augen
und wenig später starb Jenny.
Einer fragte die Krankenschwester
"Warum haben Sie nicht ihr bestes getan,
um den Mädchen seine letzte Bitte zu erfüllen?"
Sie sah den Mann mit ganz traurigen Augen an:
"Weil die Leute in dem anderen Auto
ihre Mama und ihr Papa waren."
Diese Geschichte ist traurig und unerfreulich, aber wahr.
So sollten junge Leute sich in acht nehmen,
denn es könnte sie selbst treffen.
Das Märchen von der traurigen Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war. "Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?" "Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. "Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen." "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zu lässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?" "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung."
Eine kleine Geschichte
Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen
"Hundebabys zu verkaufen."
Dieser Satz lockte Kinder an. Bald erschien ein kleiner Junge und fragte, "Für wie viel verkaufen sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 u. 50 Dollar“. Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus. "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich mir sie anschauen?" Der Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys. Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen. Er fragte, "was fehlt diesem kleinen Hund?" Der Mann erklärte, dass als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln. Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte, "den kleinen Hund möchte ich kaufen!" Der Mann antwortete, "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn Du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn Dir." Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen. Ich gebe ihnen jetzt die 2,37 Dollar und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe. Der Mann entgegnete, "du musst diesen Hund wirklich nicht bezahlen, mein Sohn. Er wird niemals rennen, hüpfen und spielen können wie die anderen kleinen Hunde. Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf, und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange. Er sah zu dem Mann hinauf und sagte, "Na ja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat.
Der Mann biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte, "Mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser kleinen Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."
Im Leben kommt es nicht darauf an wer du bist; sondern dass jemand dich dafür schätzt, was du bist, dich akzeptiert und liebt!!!
Ein Herz voller Narben
Eines Tages stand eine junge Frau mitten in der Stadt und erklärte, dass sie das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte
sich, und sie alle bewunderten ihr Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihr Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten.
Die junge Frau war sehr stolz und prahlte noch lauter über ihr schönes Herz. Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte:
"Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines."
Die Menschenmenge und die junge Frau schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken, genauer gesagt.... an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Die junge Frau schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte:
"Du musst scherzen" sagte sie, "dein Herz mit meinem zu vergleichen.
Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann," Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Abe weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde.... und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"
Die junge Frau stand still da und Tränen rannen über ihre Wangen. Sie ging auf den alten Mann zu, griff nach ihrem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Sie bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in der jungen Frauen Herzen. Es passte nicht perfekt, da es ausgefranste Ränder hatte. Die junge Frau sah ihr Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn sie spürte die Liebe des alten Mannes in ihrem Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.
Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat....
Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat....
Die perfekte Frau
Eines Tages saß der Meister mit seinem Schüler unter dem Feigenbaum, und der Meister fragte ihn: "Was bekümmert dich mein Sohn?"
"Ach danke dir, dass du danach fragst, mein Meister! Ich habe das Gefühl, es ist Zeit für mich, weiter zu ziehen und nach meiner geliebten Seelengefährtin zu suchen, nach ihr, die meine vollkommene Partnerin sein wird, der schönsten Frau im ganzen Universum."
"So sei es, mein Sohn, doch vergiss nicht, wenn die Suche beendet ist, komm mit ihr zurück!"
"Oh, ganz gewiss Meister, sei er unbesorgt."
Viele Jahre später kehrte der Schüler allein und deprimiert in den Aschram zurück. Als er schließlich mit dem meister zusammentraf, begrüßte dieser ihn herzlichst und erkundigte sich nach dem Verlauf seiner Suche:
"Hast du jene gefunden, nach der du dich sehntest?"
"In der Tat, verehrter Meister, das habe ich. Ich fand die Frau meiner Träume und sie war wirklich die Vollkommenheit selbst."
"Nun, mein Sohn, wo ist sie denn?"
"Ach Meister, stelle er sich meine Trauer vor: Sie war auf der Suche nach dem vollkommenen Mann"